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Faszination Moor

Faszination Moor

Bis 11.10.

Das Brucker Moos im Landkreis Ebersberg ist ein solches Moorgebiet. Es entstand nach der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren, als mächtige Gletscher das Alpenvorland formten. Beim Abschmelzen hinterließen sie Senken, in denen sich Wasser sammelte. Daraus entwickelten sich Seen und Sümpfe, in denen Pflanzen wuchsen, abstarben und im Wasser konserviert wurden. Über Jahrtausende bildete sich so Torf – der typische Moorboden. Moore wachsen extrem langsam: nur etwa 1 Millimeter pro Jahr.

Man unterscheidet zwei Haupttypen: Niedermoore, die vom Grundwasser gespeist werden, und Hochmoore, die ausschließlich Regenwasser nutzen. Hochmoore sind besonders nährstoffarm – hier überleben nur spezialisierte Pflanzen wie Torfmoose oder der fleischfressende Sonnentau. Auch seltene Tiere wie der Argusbläuling sind an diesen Lebensraum angepasst.

Moore sind nicht nur Lebensräume für seltene Arten, sondern auch wichtige Wasserspeicher. Sie wirken wie ein Schwamm: Bei Starkregen nehmen sie Wasser auf, bei Trockenheit geben sie es langsam wieder ab. Damit schützen sie sowohl vor Hochwasser als auch vor Austrocknung. Gleichzeitig speichern sie große Mengen Kohlenstoff und sind daher bedeutend für den Klimaschutz.

Doch über Jahrhunderte hinweg hat der Mensch stark in diese empfindlichen Ökosysteme eingegriffen. Im Brucker Moos begann im 18. und 19. Jahrhundert die gezielte Entwässerung, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Gräben wurden angelegt, Flüsse begradigt und das Moor kultiviert. Auch Torf wurde als Brennstoff und Einstreu abgebaut. Diese Eingriffe führten dazu, dass das Moor austrocknete, absackte und viele Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verloren.

Trotzdem blieb das Gebiet lange ein wichtiger Wirtschaftsraum. Streuwiesen, die nur einmal im Jahr gemäht wurden, boten Lebensraum für eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt. Auch entlang der Moosach entstanden zahlreiche Mühlen, die die Wasserkraft nutzten.

Heute steht der Schutz der Moore im Mittelpunkt. Seit den 1990er Jahren wird das Brucker Moos schrittweise renaturiert. Ziel ist es, den Wasserhaushalt wiederherzustellen, Torfabbau und Entwässerung zu stoppen und wertvolle Lebensräume zurückzugewinnen. Dazu werden Gräben verschlossen, Flächen wieder vernässt und artenreiche Wiesen gepflegt.

Diese Maßnahmen zeigen bereits erste Erfolge: Seltene Pflanzen und Tiere kehren zurück. Doch Moore bleiben empfindlich. Sauberes Wasser, schonende Nutzung und Rücksicht auf die Natur – etwa durch das Einhalten von Wegen – sind entscheidend für ihren Erhalt.

Moore sind also weit mehr als „nasse Landschaften“: Sie sind lebendige Zeitzeugen, Klimaschützer und Heimat einer einzigartigen Vielfalt. Wer sie versteht, erkennt ihren unschätzbaren Wert – und warum es sich lohnt, sie zu bewahren.

Erhalten Sie in unserer Sonderausstellung spannende Einblicke in die vielfältige Welt der Moore. Sie erfahren, welche Bedeutung diese einzigartigen Biotope für Artenvielfalt und Klima haben und wie sich ihre Nutzung im Laufe der Zeit verändert hat. Außerdem werfen wir einen Blick auf die aktuelle Situation der Moore im Landkreis Ebersberg und auf neue Ansätze für eine nachhaltige Bewirtschaftung.

Quelle: Veranstalter

Eintritt frei


Museum Wald und Umwelt
Ludwigshöhe 2, 85560 Ebersberg
www.museumwaldundumwelt.de

Öffnungszeiten:
» Sa, So & Fei 11.00-17.00 Uhr

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