Geburt - Meditationen über Musik
Navid Kermani ist einer der führenden Intellektuellen des deutschen Sprachraums. Als Schriftsteller wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, z. B. dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Kleist-Preis oder dem Thomas-Mann-Preis. Im Bergson Kunstkraftwerk liest er in einer vierteiligen Reihe aus eigenen, von ihm selbst ausgewählten Texten und reflektiert dabei über die Themen Geburt, Liebe, Freiheit und Tod.
Wie im Leben steht auch hier die Geburt am Beginn. Die Meditationen von Navid Kermani beinhalten Texte aus seinem neuesten Buch ?Sommer 24?, aber auch aus älteren Werken wie ?Morgen ist da? oder ?Dein Name?. Alle verbindet ? neben der großartigen Sprache ? ein sehr persönlicher Ton, der das Thema Geburt sowohl anhand ganz konkreter, privater Erlebnisse behandelt als auch auf die Metaebene hebt.
Klavierwerke von Frédéric Chopin, Franz Schubert, Erik Satie und Franz Liszt spiegeln die Texte und eröffnen der Meditation dadurch einen weiteren emotionalen wie intellektuellen Raum. Solist ist dabei der mehrfach preisgekrönte Pianist Anton Gerzenberg, der zuletzt im Rahmen der Reihe ?Steinway Prizewinner? im Bergson Kunstkraftwerk gastierte.
Das c-Moll-Nocturne op. 48 gilt als das wohl tiefgründigste Werk Chopins, was sich schon im kontemplativen Beginn ankündigt. Auch Schuberts 1. Impromptu beginnt sehr zart, steigert sich dann dramatisch und kehrt wieder in eine fast versöhnliche, friedliche Ruhe zurück.
Das Wort ?Gnossienne? gibt es eigentlich gar nicht, vermutlich hat es Erik Satie selbst erfunden. Was es genau bedeuten soll, ist nicht überliefert. Allerdings können wir fest davon ausgehen, dass das altgriechische Wort ?Gnosis? Pate stand, also ?Erkenntnis?. Die Stücke, in denen die Zeit stillzustehen scheint, haben ungewöhnliche Spielanweisungen: ?Mit Erstaunen?, ?Öffnen Sie den Kopf? oder ?Auf der Zungenspitze?. Also eher poetische Gedanken, die eine Atmosphäre schaffen sollen, als konkrete Anleitung ? und damit den Charakter der ?Gnossiennes? schon vorwegnehmen.
Der ?Totentanz? von Liszt ist für den Pianisten ein ungemein virtuoses, schwer zu spielendes Stück. Gleichwohl zielt Liszt damit nicht auf Brillanz ab, nicht auf ein Zurschaustellen technischen Könnens, sondern auf eine ernsthafte, existenzielle Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit. Und auch diese Perspektive gehört zu einer Meditation über die Geburt.
Quelle: Veranstalter
Karten: https://bergson.com
Tickets online kaufenAm Bergson Kunstkraftwerk 2, 81245 München
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Rubrik Konzerte | Klassik anzeigen